Halbmarathon!

21 km unter 3 Stunden: Oh mein Gott, ICH HABE ES GESCHAFFT!

 ICH! Das muss erstmal in meinem Gehirn ankommen. Wer hätte Anfang das Jahres geglaubt, dass ich jemals einen Halbmarathon absolviere? Ich fasse es selber ja kaum. -Ein unbeschreibliches GLÜCKSGEFÜHL macht sich breit-

Da rennt man 21 km durch Achternhold (Kreis Oldenburg) und ist anschließend der glücklichste Mensch unter der Sonne. Hurra. Hurra. Hurra.

 

25. Oktober 2020| 07:30 Uhr

Morgens aufstehen und erst einmal einen Rote-Beete-Saft exen. Anschliessend 300g Kohlenhydrate durch Haferflocken, etwas Wasser und runter damit.

  • Okay: ich muss mich sammeln. Ich bin nervös.
  • Was ziehe ich an? Jacke oder Weste?
  • Wird es regnen?
  • Muss ich meine Cap aufsetzen, weil ich sonst nach ein paar Minuten durch Regentropfen und Rutschgefahr nichts mehr mit meiner Brille anfangen kann?

WetterApp kündigt Regen an und eine Temperatur von 17 Grad. Gott sei Dank nicht so warm und genau richtig zum Laufen. Mein Sport-Gürtel ist satt gefüllt mit Traubenzucker,  Müsli-Riegel, ausreichend Wasser, und (es klingt verrückt, aber) eine Flasche  Cola für den letzten Sprint!

09:00 Uhr | Treffen und Startnummer 253

Ich platze vor Aufregung. Um 9 Uhr treffen sich alle Läufer:innen in Achternhold und wie aufregend: meine erste Startnummer! Ich bin Iris Schröder, Startnummer 253.

09:55 Uhr | Erste Reihe und kein Netz in diesem Kaff

Corona Edition: ich stehe mit Mund-Nasen-Maske in der ersten Reihe. Die Maske dürfen wir erst abnehmen, wenn wir loslaufen. Möchte meine LaufApp noch aktivieren und mir Musik aussuchen für die bevorstehenden Stunden. Nix geht. KEIN NETZ. Wir sind hier auf dem Land. Es fühlt sich an, als würde sich dein eingefahrenes Auto vor der Fahrprüfung verabschieden und du musst jetzt mit Opel Corsa Baujahr 1970 antreten. HILFE.

10 Uhr | Ein lauter Knall eröffnet den Lauf

Startschuss! Da laufe ich nun dahin. Zu dem Klang meiner eigenen Lunge statt zu den motivierend Beats die ich sonst auf den Ohren hätte. Nach 10 km habe ich mich eingelaufen. Wir haben sehr gutes Wetter und zwischendurch stehen (verbotenerweise wegen Corona) ein paar Leute an der Straße, die uns tatsächlich lautstark zujubeln und anfeuern. Find ich gar nicht schlecht und je mehr Kilometer ich mache, desto besser gefallen mir die Menschen am Straßenrand! Unter anderem auch, Laura und Sophie, meine Töchter. Darüber freue ich mich noch am meisten. Eigentlich ist ja, wegen Corona, kein Publikum erlaubt. Aber das stört die beiden in diesem Moment reichlich wenig und das ist gut so (schließlich halten sie die Abstandsregeln ein und es herrscht kein Lockdown). Wir laufen an aufgebauten Stationen vorbei. Hier kann man sich schnell etwas zu trinken nehmen: schön gekühltes Wasser. Unterstützende Kohlenhydrate sind, Dank der Pandemie, verboten.

Kilometer 18 | Ich bin unterzuckert

Ab Kilometer 18 brauche ich Zucker. Also rein mit dem Gürtel-Müsli-Riegel und dem Traubenzucker. Nur noch 3 km to go! Wissenschaftler erzählen, dass die letzten 3 km nur noch Kopfsache sind und der Körper einfach nur noch funktioniert.

Kilometer 20 | Die heftigste Cola meines Lebens

Mit mir läuft eine Trainerin vom NWZ-Lauf-gehts-Team. Sie redet und ich hör zu. Zwischendurch antworte ich und somit ist es die perfekte Ablenkung. Also nicht mehr nur Lunge statt Beats. Bei zurückgelegten 20 km trinke ich meine Cola. Leute, ich sage Euch, dass ist eine Geschmacksexplosion sondergleichen. Die Kohlensäure macht die Cola gerade noch 10x krasser!Ich sehe das Ziel und neben mir höre ich plötzlich:

„IRIS, BEIM ZIELEINLAUF REISST DU DEINE ARME NACH OBEN,

DIE SCHULTERN NACH HNTEN, DEN KOPF HOCH und der Rest kommt von alleine.

GUT GEMACHT!“

21 km | Ich habe es geschafft und alle waren dabei!

Scheiße.

Selbst beim Schreiben dieser Zeilen schiessen mir die Tränen in die Augen.

Meine Familie steht da und empfängt mich. Jantje, meine älteste Tochter, ist am Telefon live dabei. Meine Töchter Laura, Sophie, meine Schwester Andrea, meine Mutter und mein Mann Nico: alle da.

KAPUTT.

GESCHAFFT. ÜBERGLÜCKLICH und ein noch nie dagewesenenes Körpergefühl!

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